Jahresrückblick 2013

Dieser Jahresrückblick ist insbesondere ein Dokument der Schande, weil die Menschen statt zu lernen, immer grausamer werden.
Mich haben die Schicksale in Syrien, besonders der Giftgasanschlag, die Tötung tausender von Menschen durch Drohnen, angeordnet vom Friedensnobelpreis-Träger Obama, und das zunehmende Tierleid zutiefst erschüttert.
Ein Schock war auch der über 300-fache Tod vor Lampedusa und die Reaktionen darauf! Europa fußt auf „christlichen Wurzeln“, das ist doch wohl ein Witz.

Es greifen Gier und Korruption auch in sogenannten „westlichen Demokratien“ wie Epidemien um sich, Rechtsstaatlichkeit geht verloren, dass einem bange werden kann.

Mann des Jahres ist für mich Edward Snowdon, der einen Friedensnobelpreis verdient gehabt hätte: in den letzten Jahrzehnten hat kein einzelner Mensch mehr für die Menschheit getan als er. Dennoch erwachen viele Menschen noch nicht; es geht um alles!

Frau des Jahres, die ebenfalls den Friedensnobelpreis verdient hätte, ist für mich Malala Yousufzai aus Pakistan. Sie hat trotz ihres Leides, das die Taliban ihr antaten und ihrer Jugend Diskriminierung der Frauen, fanatischer Religiösität und Extremismus die Stirn geboten.

Organisation des Jahres ist für mich die seriöse und mutige Zeitung „The Guardian“ in London, die der Aufweichung von Rechtsstaatlichkeit durch die Regierung Großbritanniens Eindeutigkeit und Riesenmut entgegen setzt.

Volk des Jahres ist in meinen Augen Indien, dessen Menschen sich dagegen erhoben und erheben, die mannigfaltigen Vergewaltigungen im Land nicht mehr „Kavaliersdelikte“ zu nennen. Sie plädieren lautstark dafür, sie als Verbrechen zu verfolgen und hart zu bestrafen.

Enttäuschendste Person des Jahres ist für mich Papst Franziskus, der nur redet und so gut wie nichts tut. Das beweist sein Verstecken des Nuntius der Dominikanischen Republik vor der Justiz, die ihn wegen Kindsmissbrauchs (in 2013!) belangt – es hat sich seit Wojtila und Ratzinger nichts geändert. Sein Verhalten gegenüber Tebartz ist lächerlich, bedenkt man den Umgang mit geschiedenen Wiederverheirateten oder Kindergärtnerinnen, die nicht den mittelalterlichen Moralvorstellungen der RKK entsprechen.
Der Auftritt auf Lampedusa war eine reine Show; auf diese Show erfolgte ----- nichts!
„Schwaadlappe“ nennen die Rheinländer solche Menschen.

Verlust des Jahres für jeden Denkenden und Hoffnungsvollen ist der Tod von Stéphane Hesselt, dem wunderbaren Zeugen zweier Jahrhunderte, dem Mutmacher und an Eindeutigkeit nicht zu überbietenden „Wutbürger“ auf internationaler Ebene.
Ein Verlust für alle Menschen auf der Welt war gegen Jahresende der Tod von Nelson Mandela, von allen Nationen gefeiert als der größte Mensch auf Erden seit Mahatma Gandhi.

Im kulturellen Bereich haben mich die Abschiede von Dieter Hildebrandt, Dieter Pfaff und Rosemarie Fendel am meisten geschmerzt.

Unter den wenigen Politikern, deren Verluste echt schmerzen, steht für mich zuvorderst Lothar Bisky, der ein aufrechter Demokrat und ein geistig hochstehender Menschenfreund war.

Manchmal ist ein Abschied von Menschen auch eine Befreiung, ich teile nicht die Ansicht, dass man über Tote nichts Schlechtes mehr sagen darf. Exemplarisch nenne ich Margaret Thatcher, undemokratisch, Faschisten wie Pinochet zugeneigt und Armutsauslöserin in ihrem Land.

Was setzen André und ich alledem entgegen?

  • Nun, wir benennen in Foren, in Leserbriefen mit unseren Namen alle Missstände.
  • Wir beteiligen uns an Dutzenden von Petitionen in aller Welt, Jahr für Jahr.
  • Wir bemühen uns, unseren griechischen Freunden, die teils sehr leiden unter Armut und Verlust jeder ärztlichen Versorgung, materiell und immateriell zu unterstützen.
  • Wir haben es geschafft, als Beitrag gegen das unermessliche Leid in Mast und Schlachthöfen, unseren Fleisch-Konsum entscheidend herunter zu fahren (was die günstigen Blutwerte spiegeln).
  • Wir geben vielen Tieren ein Zuhause und erkennen sie als die Geschwister der Menschen an, die zudem sehr wohl eine Seele haben und im Verhalten meist entschieden wertvoller sind als ihre Menschengeschwister.

Und das Wichtigste: Wir sind sehr glücklich miteinander und im neuen Zuhause und wollen uns durch unser Tun für unser Glück bedanken und viele Menschen animieren, es uns mit Protest aber auch mit Lebensfreude gleich zu tun.

Suche