Leidenschaften

 

 

Zu unserem Haus gehört nicht nur eine Fachwerkscheune, sondern auch eine große Streuobst-Wiese mit einem Nutzgarten.
Die Streuobst-Wiese ist bestückt mit uralten Apfelsorten, Pflaumenbäumen, einem Mirabellen-Baum, einem Sauerkirschbaum und einem Walnussbaum. Zwei Ecken für Beerensträucher machen den Bauerngarten komplett.

Die Streuobst-Wiese hat auch eine Geschichte: In Nöthen gab es 1930 einen jungen Pfarrer, dem die Armut des Dorfes ein Dorn im Auge war. Pfarrer Mauß beantragte beim Reichsernährungsministerium in Berlin Mittel, um Obstbäume zu pflanzen.
Er bekam das Geld und pflanzte im Herbst 1930 im Ort 2.200 Obstbäume. Gut ein Drittel sind heute noch hier und tragen noch immer die Apfelsorten, die selbst für Allergiker eine Wonne sind.
Die Rechnung des Pfarrers ging auf: es kam zu einem bescheidenen Wohlstand durch die Obstverkäufe und wenige Jahre später war das Dorf in der Lage, in die Nähe von Würselen zu spenden. Dort hatte ein Unwetter die Ernte zerstört.

 
 

Wir sind Ende Mai 2013 in ein Eigenheim in einen Nettersheimer Ortsteil gezogen. Hier sind wir noch näher an der Natur als in Nöthen.
Das Grundstück ist sehr groß und beschert uns ab und zu auch Besuche des Wildes. Wir haben den Platz „Land des Friedens“ genannt. Hintergrund dafür ist, dass wir uns immer mehr dafür einsetzen, dass Mensch, Tier und Natur gleiche Rechte haben.
Wir orientieren uns an zwei großen Menschen-, Tier- und Naturfreunden: Albert Schweitzer, unser ganz großes Vorbild, und Leo Tolstoi.

Auf dem großen Areal haben alle Platz, vom Frosch bis zum Eichhörnchen! Ein jedes von ihnen soll seiner Art entsprechend leben dürfen.

Das Grundstück hat einen kleinen Wald und viele, viele Obstbäume. Zu den Bäumen, die wir in Nöthen hatten, kommen jetzt auch noch reichlich Süßkirschen.

Auch hier sind wir freundlich aufgenommen worden; wir sind uns sicher, dass wir weiterhin echte Heimat empfinden und genießen dürfen. Dazu bleiben die Nöthener Freunde, die nicht weit von hier leben, mit einbezogen.

Wir haben ein Zeichen der Zuneigung zur Eifel gesetzt und unsere Autos mit „SLE-Kennzeichen“ ausgestattet, will heißen: wir sind ohne wenn und aber Eifeler!

 

Keine Frage; Apfelmus gibt’s bei uns reichlich. Wozu hat man den Thermomix?


Äpfel begleiten unseren Herbst. Es gibt Apfelkuchen, Apfel-Pfannkuchen, Apfelmus, Äpfel zum Reinbeißen, Äpfel zum Verwahren. Bis April haben wir Äpfel für unsere Igel, Siebenschläfer, Kanarienvögel und ein Pferdchen in der Nachbarschaft.

Selbst Allergiker, sorge ich dafür, dass unser Garten uns 10 Monate des Jahres versorgt. Es gibt Obst aller Arten, Gemüse, Kräuter, essbare Wildkräuter.

Im Frühling beginnt es mit der Ernte der kleinen Veilchen auf der ungedüngten und immer und immer ungespritzten Wiese.
Die Veilchen werden getrocknet und schmecken im Frühling nicht nur frisch im Salat, sondern auch getrocknet im Winter.
Dazu sind Veilchen als Tee eine Wohltat bei Halsschmerzen!

Auf die Veilchen folgen die Gänseblümchen, die bis Ende Juli den Salat verfeiern und getrocknet auch im Winter zur Verfügung stehen.

Nach diesen macht sich der Löwenzahn bereit, nicht nur die Wiese zu verschönern, nein, seine Blätter würzen manches Salatrezept.
Seine Blüten markieren den Anfang des Marmeladen-, Konfitüren- und Geleejahres.
Einige Dutzend davon kommen in einen irdenen Topf, werden mit kochendem Wasser überbrüht, um dann gut 24 Stunden zu ziehen. Der Sud wird gesiebt und mit Gelierzucker zu einem herrlichen Gelee verkocht. Der Geschmack dieses Gelees ähnelt dem Honig.

Dann kommt der Waldmeister, dann die Holunderblüten, dann die Tannenspitzen, dann die Minze ….. sie alle sind Grundlage für tolle Gelees.

Ende Mai folgt die Trocknung von Erdbeer- und Johannisbeer-Blättern. Sie sind als Tee eine Wohltat bei Erkältungen.

Voriges Jahr war die Obsternte sehr gut. Am Ende des Gartenjahres waren die Regale mit 435 Gläsern Marmeladen, Konfitüren und Gelees gefüllt.

Alles kommt aus dem Garten, von der Wiese, aus der Natur --- mit einer Ausnahme:
Von unserer herrlichen Insel Spetses im saronnischen Golf kommen Mitte April ungespritzte Zitronen, Orangen und Mandarinen mit nach Hause.
Sie werden mit einer Gabel angestochen und eine Woche kalt gewässert. Das Wasser wird halbtäglich getauscht.
Danach sind die Bitterstoffe ausgezogen und alle Früchte werden mit Haut und Haaren durch den Thermo-Mix zu einer tollen, leicht bitteren Konfitüre verarbeitet.

Da fast alle Säfte in unserem Land schlecht bewertet werden, sind Sirups im Verhältnis 1 : 10 verdünnt, unser Frühstückstrunk. Wir können zwischen vielen Sorten wählen: Waldmeister, Holunderblüten, Minze, Zitronenmelisse, Mandarinensalbei und Ananassalbei.

Es gibt noch mehr Leidenschaften, nämlich beispielsweise die für Donna Leon, die als einzige Schreiberin Venedig mit MEINEN Augen sieht. Ich fiebere jedem Brunetti entgegen!

Ich will es nicht Leidenschaft nennen, aber eine Vorliebe!
Ich habe seit frühester Jugend ein Faible für alte Menschen. Meine derzeit älteste Freundin steht im 105. Lebensjahr, ist geistig fit und gibt mir viel. Ich schreibe derzeit ihre Lebenserinnerungen auf.
Weitere drei Menschen aus unserem Freundeskreis sind über 100 Jahre alt, etliche gehen auf die 100 zu.
Mir gab es stets viel, von diesen Leuten erzählt zu bekommen, sie einige Jahre zu begleiten, sie vielleicht auch in der letzten Lebensphase Freundschaft spüren zu lassen.

Der älteste Mensch, dessen Erinnerungen ich als 12-jähriger notierte, war 1872 geboren.

Eine weitere Vorliebe, nein das ist wohl auch Leidenschaft, gehört kostbarem und schönem Porzellan. Ganz oben steht hierbei die Manufactur Herend, die ich in-und auswendig kenne. Viele schöne Stücke darf ich mein eigen nennen. Besonders froh bin ich, wenn ich antike Stücke einschätzen und hinsichtlich des Wertes schätzen darf.

Zur Abrundung möchte ich meine Liebe zu Blumen erwähnen, nicht die gekauften, sondern die aus Feld und Flur und aus dem Garten.
Im Spätsommer sind nicht selten mehr als 20 Vasen im Haus bestückt.

Sobald Weihnachten hinter uns liegt, kaufe ich bis gegen Ostern die Frühlingsblüher. Eine blaue Hyazinthe, Mini-Osterglocken, Mini-Iris oder Primeln lassen mein Herz höher schlagen. 

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